Non-unions of fractures

Autor:  Dr. Andreas Klonz, ATOS-Praxisklinik 

Die Ausheilung eines Knochenbruches kann in bestimmten Situationen ausbleiben. Vorraussetzung zur Heilung ist eine ausreichende Durchblutung des Knochens in der Bruchregion, sowie eine ausreichende Überdeckung des Knochens mit Weichteilgewebe aus Haut und Muskeln. Damit sich das vom Körper gebildete Narbengewebe in stabilen Knochen umwandeln kann, ist im Weiteren eine Ruhigstellung durch Gips oder auch durch Implantate wie Schrauben, Platten oder Nägel erforderlich. Eine unzureichende Ruhigstellung kann auch bei guter Durchblutungssituation zur Nichtverheilung des Knochens führen.

Zusammengefasst: Zur Sicherung der Knochenbruchheilung ist Vitalität und Stabilität erforderlich.

Die Ursache für eine unzureichende Durchblutung kann in der Verletzung selbst oder auch in der stattgehabten operativen Behandlung liegen. Probleme verursachen insbesondere offene Brüche oder ausgedehnte Zerstörungen der umgebenden Muskulatur, die durch die Verletzung, die Operation oder beides erfolgt sein können. Im schlimmsten Fall kommt noch eine bakterielle Infektion hinzu.

Zur Sanierung einer Pseudarthrose bedarf es zunächst der Analyse hinsichtlich der Ursache der ausbleibenden Heilung. Entsprechend muss dann für eine bessere Vitalität, mehr Stabilität oder häufig auch für beides gesorgt werden.

Die Vitalität lässt sich durch Entfernung von totem oder infiziertem Gewebe und Transplantation von lebendem Gewebe verbessern (z.B. von Knochen vom Beckenkamm oder auch Muskelgewebe soweit dieses in der Bruchregion verloren gegangen ist).
Die Stabilität kann durch optimierte Operationstechniken mit modernen Implantaten erhöht werden, dabei muss natürlich wiederum die Durchblutung der Bruchregion geschont werden. Kommt es im Bereich eines Gelenkes zur Pseudarthrose, kann hierfür das Absterben des Gelenkkopfes verantwortlich sein. Häufig betroffen sind davon insbesondere der Hüftkopf und der Oberarmkopf. In diesen Fällen kann ein gutes funktionelles Ergebnis durch die Implantation eines künstlichen Gelenkes erreicht werden.

23-jähriger Patient mit Oberarmschaftbruch
In einer Op war der Bruch mit einem Nagel stabilisiert worden. Dabei war es zu einem weiteren Bruch oberhalb des Ellenbogens gekommen, so dass hier zwei weitere Platten eingesetzt worden waren.Der Patient stellt sich mit erheblichen Beschwerden und Bewegungseinschränkung bei uns vor. Radiologisch zeigte sich, dass sowohl der Bruch des Oberarms, als auch der des Ellenbogens nicht verheilt.
Wir führten eine weitere OP durch. Die zuvor benutzten Implantate wurden entfernt. Die Nerven des Oberarms wurden freigelegt, um sie sicher zu schonen. Neue Stabilisierung mit zwei winkelstabilen Platte. Zusätzlich wurde vitaler Knochen aus dem Ellenhaken transplantiert.Die Brüche heilten aus.Der junge Patient ist beschwerdefrei und betreibt wieder Leistungssport.

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